Aktuell

  Ausstellung

  Begleitbuch

  DVD

  Aus erster Hand

  Führungen

  Begleitprogramm

  Kinder

  Presse

  Links

  Tagung

  Sponsoren

 


Newsletter

 

 

 

 

 

Symposium am 1./2. März 2004 in Münster


International renommierte Archäologen, Historiker und Sprachwissenschaftler aus der ganzen Bundesrepublik sowie dem angrenzenden Ausland trafen sich am 1. und 2. März 2004 in der Akademie Franz Hitze Haus des Bistums Münster. Die Tagung, die zur Vorbereitung der Ausstellung „805: Liudger wird Bischof – Spuren eines Heiligen zwischen York, Rom und Münster“ diente, wurde ausgerichtet vom Westfälischen Museum für Archäologie/Amt für Bodendenkmalpflege und dem Stadtmuseum Münster mit Unterstützung der Akademie Franz Hitze Haus.

Mit der Weihe des Missionars Liudger zum ersten Bischof von Münster am 30. März 805 greift die Ausstellung, die eine Kooperation des Stadtmuseums Münster mit dem Westfälischen Museum für Archäologie ist, im Jahr des 1200jährigen Bistumsjubiläums 2005 ein Ereignis auf, das weitreichende Folgen hatte. Die Bischofsweihe war der Startschuss nicht nur für die Entstehung des Bistums Münster, sondern auch der Stadt Münster, die es ohne die Bistumsgründung vielleicht gar nicht gäbe.

Das Domburg-Projekt
Die Anfänge von Bistum und Stadt Münster sind fast ausschließlich archäologisch greifbar und was bisher darüber bekannt war, wird bald in neuem Licht gesehen werden. Seit dem Jahr 2000 wurden im so genannten Domburg-Projekt unter der Leitung von Dr. Hans-Werner Peine (Westfälisches Museum für Archäologie/Amt für Bodendenkmalpflege) ältere Grabungen im Bereich der Domburg systematisch aufgearbeitet. Das Projekt wurde finanziert vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Bistum Münster sowie der Stadt Münster. Diese Aufarbeitung der Altgrabungen hat interessante neue Forschungsergebnisse erbracht, die auf der Tagung diskutiert wurden. Dr. Gabriele Isenberg, Direktorin des Westfälischen Museums für Archäologie/Landesmuseum und Amt für Bodendenkmalpflege, moderierte den ersten Teil der Tagung, innerhalb dessen münsterische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Domburg-Projekt vorstellten. So berichteten unter anderem Claudia Holze-Thier M. A. und Dr. Manfred Schneider über die Kirchen, den Bischofspalast und die Bestattungen auf dem Domhügel. Martin Kroker M. A. stellte neue Erkenntnisse über Münster/Mimigernaford als befestigte Siedlung im 9. bis 11. Jahrhundert vor. Neue Ergebnisse zu dem von Liudger auf dem Domhügel gegründeten Kloster referierte Dr. Alexandra Pesch.

Liudger und das Bistum Münster
Am 2. März ging es dann um Münster im Kontext der frühmittelalterlichen Geschichte. Prof. Dr. Gisela Muschiol, Institut für Kirchengeschichte der Universität Bonn, moderierte die Diskussion um Liudger, die Beziehungen des Missionars zur angelsächsischen Kirche und seine Bischofsweihe in Köln. Denn die historische Bedeutung Liudgers liegt nicht nur darin, dass er Gründungsbischof des Bistums Münster ist. Darüber hinaus verdeutlicht sein Lebensweg, dass in dieser frühen Zeit internationale Verflechtungen und damit auch interkulturelle Prägungen von großer Bedeutung waren: Bevor Liudger nach Münster kam, hatte er die wichtigen geistlichen und geistigen Zentren Europas, etwa Utrecht, York, Rom und Monte Cassino, bereist. Zum Thema sprachen Dr. Jan Gerchow, Ruhrlandmuseum Essen, und Dr. Nikolaus Gussone. Schließlich stellte Dr. Bernd Thier, Stadtmuseum Münster, das Ausstellungskonzept vor. Die Schlussmoderation übernahm die Leiterin des Stadtmuseums Münster, Dr. Barbara Rommé.

Mit dieser Tagung wurden zum einen die Forschungsergebnisse des Domburg-Projekts vor einem internationalen Fachgremium zur Diskussion gestellt, noch bevor diese Arbeiten im Jahr 2005 in drei Bänden veröffentlicht werden. Zum anderen wurde ein Jahr vor Ausstellungsbeginn das Konzept der Ausstellung, das nur unter Einbeziehung der Forschungsergebnisse des Domburg-Projekts erarbeitet werden konnte, einer kritischen Befragung durch Fachgelehrte aus historischen und archäologischen Disziplinen unterzogen.

zurueck