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805: Liudger wird Bischof

Spuren eines Heiligen zwischen York, Rom und Münster


Leihgaben
In der Ausstellung sind auf über 1000 qm Ausstellungsfläche zahlreiche bedeutende karolingische Objekte wie Handschriften, Elfenbeinarbeiten, Gold- und Silberschmiedewerke aus Kirchen und Klöstern aus dem In- und Ausland sowie eindrucksvolle archäologische Funde aus Münster und Westfalen zu sehen.

Gezeigt werden hochrangige Leihgaben aus sechs europäischen Staaten, einige wichtige Leihgaben im Überblick:
- Ein karolingischer Kalender aus der Biblioteca Ambrosiana in Mailand – er überliefert das Datum der Bischofsweihe Liudgers, des ersten münsterischen Bischofs, im Jahr 805.
- Die sog. Vita secunda aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz – die mit zahlreichen Miniaturen bebilderte Handschrift aus der Zeit um 1100 überliefert Leben und Wirken Liudgers.
- Ein fränkischer Miniatur-Reliquienschrein, sonst zu sehen im Museum Catharijneconvent in Utrecht – Liudger wurde in der Nähe von Utrecht geboren und erhielt dort seine Ausbildung zum Priester.
- Die sog. Ormside Bowl aus dem Yorkshire Museum (York Museums Trust) – eine reich verzierte Schale, ursprünglich wohl als liturgische Pyxis für geweihtes Brot genutzt, die als herausragendes Zeugnis angelsächsischer Kunst zur Zeit Karls des Großen gilt. Liudger reiste zweimal nach York, um sich dort unter Anleitung Alkuins weiterzubilden.
- Eine Handschrift der Benediktregel, entstanden Ende des 8. Jahrhunderts, heute aufbewahrt in der Bayerischen Staatsbibliothek München – Liudger befasste sich eingehend mit dem benediktinischen Mönchtum bei seinem Aufenthalt in Montecassino.
- Der sog. Einsiedler Pilgerführer aus der Benediktinerabtei Einsiedeln, entstanden um 800 – es handelt sich um einen „geschriebenen Romplan“, der dem Romunkundigen eine Vorstellung von der Größe der Stadt, der Monumentenfülle, den dortigen Bauten und christlichen Heiligtümern vermitteln sollte, ein einmaliges Zeugnis für das Aussehen der Heiligen Stadt, die Liudger ebenfalls besucht hat.
- Der sog. Liudger-Kelch aus dem 9. Jahrhundert und der sog. Tragaltar Liudgers, ein fränkischer Reliquienkasten reich verziert mit Walrosszahnschnitzerei – beides Objekte aus der Schatzkammer der Propsteigemeinde St. Ludgerus in Essen-Werden, ursprünglich eine Klostergründung Liudgers. Dort werden sie zusammen mit einigen weiteren Objekten direkt oder indirekt mit Liudger in Verbindung gebracht und verehrt.
- Elfenbeinplatten des sog. Werdener Kästchens, entstanden im späten 8. Jahrhundert – die Platten bildeten ursprünglich wohl die Wände eines flachen rechteckigen Kästchens, das vermutlich für die Aufbewahrung von Reliquien diente. Entstanden vielleicht in Werden, wird es heute im Victoria and Albert Museum in London verwahrt.
- Schließlich eine Kreuzfibel, die bei Grabungen auf dem Domplatz in Münster gefunden wurde – datiert in die Zeit um 800, gilt sie als ältestes überliefertes Zeichen christlichen Glaubens in Münster.

Weitere bedeutende Leihgaben kommen aus:
Staatsbibliothek Bamberg; Berlin: Deutsches Historisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin – Kunstgewerbemuseum, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Beuron: Erzabtei St. Martin; Essen: Diözesanmuseum, Domschatz, Katholische Propsteigemeinde St. Ludgerus; Hannover: Kestner-Museum, Niedersächsisches Landesmuseum; Köln: Diözesan- und Dombibliothek, Museum Schnütgen; Leiden (Niederlande): Universiteitsbibliotheek; London (Großbritannien): The British Library; München: Bayerische Staatsbibliothek; Oxford (Großbritannien): Ashmolean Museum of Art and Archaeology; St. Gallen (Schweiz): Stiftsbibliothek St. Gallen; Stockholm (Schweden): Kungliga Myntkabinettet; Utrecht (Niederlande): Museum Catharijneconvent; Wolfenbüttel: Herzog August Bibliothek; York (Großbritannien): York Museums Trust, Yorkshire Museum.

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Bischofsweihe Liudgers, Miniatur aus der Vita secunda s. Liudgeri, Staatsbibliothek zu Berlin/Preußischer Kulturbesitz



Inszenierung eines Kirchenraums



Teilnachbau eines „Sachsenhauses“, die Karte auf dem Boden zeigt Westfalen im 9. Jahrhundert



Eine Auswahl von Koch- und Essgeschirr aus Ton des 8. und 9. Jahrhunderts aus Bocholt-Lankern (Kr. Borken), eine seltene Fleischgabel aus Warendorf-Velsen (Kr. Warendorf) sowie eiserne Schlüssel aus Dülmen-Dernekamp (Kr. Coesfeld), Westfälisches Museum für Archäologie, Münster



Exponate, die die Verehrung des hl. Liudger zeigen, vor allem am Ort seiner Bestattung in Werden.